Montag, 10. Juni 2013

Gleis ins Glück - Geistesgestörte Akademiker bei der Bahn

"Das Tarifsystem der Bahn wurde von genialen, aber geistesgestörten Akademikern entwickelt und kann nur von solchen verstanden werden." Wer diese Worte aus Ivo Schmidts neuem Buch als sporadischer oder regelmäßiger Bahnfahrer liest, muss vor Erleichterung in Tränen ausbrechen.

Ivo Schmidt aus Berlin ist eigentlich ein hoffnungsloser Fall, denn er fährt schon fast sein ganzes Leben lang mit der Bahn zur Arbeit. Ivo Schmidt entdeckte kürzlich mein totes Blog und nahm sich meiner an. Er empfahl mir zunächst die Lektüre seines Buchs "Gleis ins Glück" und bat mich dann, seinen Gastbeitrag hier zu veröffentlichen, was ich sehr gerne tue.

Euer Bahnblogger

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Liebe Bahnsinnigen,

wollten Sie nicht schon immer mal wissen, welche Geheimnisse hinter der Sitzplatzwahl stecken? Oder was die Ironie des täglichen Pendelns zur Arbeit ist?

Darüber und von anderen Facetten des Bahnfahrens erzählt mein Buch "Gleis ins Glück – Abgefahrenes vom Bahnreisen" – mal lustig, mal sachlich. Es greift damit Themen auf, die auch in diesem Blog verarbeitet werden, z.B. geruchliche Ärgernisse durch Sommerhitze oder dem Angriff der Matjesbrötchen.

Das Buch erzählt von Menschen und Technik in S-, U- oder Fernbahn. Es geht um:
- eigensinnige Beobachtungen und Anekdoten
- naturwissenschaftliche und soziologische Hintergründe (inkl. Quellenangaben)
- ungewöhnliche Tabellen, z.B. zu Stationsdurchsagen, Wartetypen und Zeitungsspannweiten
- Tipps zum effizienten Bahnreisen

Neben verschiedenen Arten von Ärgernissen bereichern auch interessante und positive Seiten den Lesegenuss. In kleinen Häppchen erfährt man so manches über das Dösen im Zug, Machtspiele von Kontrolleur und Schwarzfahrer, Infektionsherde in der Bahn oder die Geschichte der Bordtoilette.
Eine Handvoll Fotos und 15 Cartoons sorgen für Abwechslung – hier ein exklusiver Cartoon zum "Kühlschrank ICE":




















Das Werk hat 180 Seiten. Das Taschenbuch kostet 12,90 Euro und das E-Book wird für 6,99 Euro ein Teil Deines Geräts.
Erhältlich im lokalen Buchhandel oder in der Wolke, aber (noch) nicht im Bordbistro:

bei Amazon kaufen





















Ivo Schmidt


PS 1: Interessantes, Lustiges und Sehenswertes zum Bahnfahren und zum "Liken" (falls die Zuführer nicht streiken) gibt es auf meiner Facebook-Seite Gleis ins Glück

PS 2: Antworten zu den einleitenden Fragen zu Sitzplatzwahl und Pendler-Ironie finden sich auf S. 43ff. bzw. auf S. 143. Geruchliche Ärgernisse von Bahn-Speisen beginnen ab Seite 90 zu duften.

Dienstag, 4. September 2012

Bahnblogger enthüllt: Sie sind unter uns und sie verbreiten sich!

Mir fällt auf, dass immer mehr Menschen Ohrhörer tragen, die von einem SmartPhone mit Musik gespeist werden. Wer regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, der kennt das: Schon beim Betreten eines Zuges oder Busses schallt einem das Geplärre aus einer Vielzahl von Ohrhörern entgegen. Lange Zeit war ich der Meinung, dass bei den meisten Menschen die Ohrhörer verkehrt rum im Gehörgang stecken und die Musik nicht nach innen, sondern nach außen schallt. Ab und zu bitte ich deshalb einen Musikliebhaber, der in meiner unmittelbaren Nähe sitzt, um die Überprüfung des richtigen Sitzes seiner Ohrhörer. Immer blicke ich dann in verständnislose Gesichter.

Im Laufe der Zeit sind mir noch mehr Ungereimtheiten aufgefallen:

  1. Menschen, die laut schallende Ohrhörer tragen, können sich untereinander unterhalten  
  2. Menschen teilen sich Ohrhörer, soll heißen jeder steckt einen einzelnen Ohrhörer in ein Ohr, das andere Ohr bleibt frei 
  3. Manche Menschen tragen riesige Kopfhörer. Aus den meisten schallt die Musik auch nach außen 

Kürzlich habe ich eine junge Frau im Zug angesprochen, die den Waggon mit lauter Musik beschallte. Sie nahm ihre Ohrhörer ab, aus denen plötzlich ein seltsames, unerträglich lautes Kreischen zu hören war. Die Frau brüllte mich an: „WIESO, ICH HÖR DOCH GAR NICHT LAUT!“

Das ist es also: Ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem; nach außen ertönt Musik, um uns echten Menschen was vorzumachen und nach innen hören diese Aliens Funksignale, ich vermute von Alien-Raumschiffen, die unsichtbar um unsere Erde kreisen. Dort warten Hunderttausende häßlicher Kreaturen darauf, die Weltherrschaft zu übernehmen.

Da nehmen sich solch gut gemeinte Hinweistafeln in öffentlichen Verkehrsmitteln geradezu lächerlich aus:


Montag, 11. Juni 2012

Die Dog Station - geniale Erfindung oder Flop?



Hundekacke tritt überall dort auf, wo Hunde sind. Früher als Hunde noch im Wald lebten, war das kein Problem, denn da haben sie einfach in den Wald geschissen. Heute aber lebt der Hund mitten unter uns und scheißt überall dorthin, wo wir gehen, zum Beispiel auf Geh- oder Spazierwegen. 

Wenn man in so ein Hundehäufchen hineintritt, dann stinkt der Schuh ganz gewaltig. Es sieht auch nicht besonders schön aus, wenn Hundekacke am Schuh klebt. Deswegen haben sich ein paar schlaue Menschen zusammengesetzt und haben die Dog Station erfunden (Übers.: öffentliches Hundeklo). Unten entnimmt man eine Tüte, in die der Hund hineinscheißt und oben wirft man die gefüllte Tüte wieder rein. 

Super Idee eigentlich! Was aber, wenn der Hund 20 m von der Dog Station entfernt sein Geschäft verrichten muss oder etwa kein Englisch kann? Vielleicht sollte man diese Dog Station nochmals überarbeiten.




Montag, 2. April 2012

Pariser Metro auf dem Prüfstand

Unterirdische Schienennetze gehören zu einer modernen Metropole wie die flächendeckende Nahrungsversorgung durch Dönerbuden. So hat auch Paris eine unterirdische U-Bahn, die sich „Metro“ nennt.


Was viele nicht wissen - die Pariser Metrozüge sind  gummibereift. Das hat den Vorteil, dass man als Fahrgast während der Fahrt weniger Erschütterungen ausgesetzt ist. Der Erschütterungsvorteil hebt sich allerdings durch die Fahrweise der Metro-Lokführer auf, die bei jeder Station den Zug aus einer gefühlten Geschwindigkeit von 100 km/h innerhalb von 10 m zum Stehen bringen. Gut also, wenn man einen Sitzplatz ergattern kann. Hat man dann Platz genommen, sollte man einfach ignorieren, dass die Sitzpolsterung sich anfühlt und der Sitzbezug aussieht, als wären sie seit der Eröffnung der Metro im Jahr 1900 nicht erneuert worden.


Kriegt man keinen Sitzplatz, was meistens der Fall ist, muss man trotzdem keine Angst vor den scharfen Bremsvorgängen haben, denn die Metrozüge sind so überfüllt, dass man wie eine Eins steht und die Fliehkraft lässt beim Bremsen allenfalls die Gesichtszüge entgleisen. 


Dieses ausgeklügelte System der Vorteile, die durch Nachteile aufgehoben werden und umgekehrt, sorgt dafür, dass täglich 5 Millionen Fahrgäste zufrieden von A nach B transportiert werden.


Pariser Metro: Entspanntes Dahingleiten mit Gummibereifung.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Pumakäfig auf Schienen

Hier stinkt’s wie im Pumakäfig!
Jeder kennt diesen Spruch. Was er aber wirklich bedeutet, erfährt man nicht etwa im Zoo, sondern im Winter in Regionalzügen der Deutschen Bahn. Wenn man die folgenden bahnphysikalischen Grundregeln beherrscht, kann man sich alles andere herleiten:

Bahnphysik Grundregel 1
Die Klimaanlagen in Zügen der Deutschen Bahn kennen zwei Zustände:
  1. An = 8° Celsius Innentemperatur
  2. Ausgefallen = Außentemperatur + WärmekoeffizientSommer (Sonneneinstrahlung * Waggonaußenfläche)
Bahnphysik Grundregel 2
Die Heizungsanlagen in Zügen der Deutschen Bahn kennen ebenfalls zwei Zustände:
  1. An = 42° Celsius Innentemperatur
  2. Ausgefallen = Außentemperatur + WärmekoeffizientWinter (Anzahl Fahrgäste * abgegebene Körperwärme * Waggon-Raumvolumen/4)

DB-Standard-Szenario
Tritt nun Zustand 2 der Grundregel 1 und Zustand 1 der Grundregel 2 ein, dann sorgen die gut beheizten Waggons im Winter nämlich dafür, dass all das, was die Fahrgäste im Sommer bei ausgefallenen Klimaanlagen in die Sitzpolster reinschwitzen, jetzt verdunstet.

D
ie Folge
Es entsteht ein unbeschreibliches Duftgemisch. Und wenn dann noch ein Fahrgast einen ofenfrischen Broiler auspackt und genüsslich verspeist, dann wird mir vor lauter Glücksgefühlen ganz schwummrig.




Dienstag, 3. Januar 2012

Geschwindigkeitsrekord: In nur 4:14 Stunden vom Stuttgarter Flughafen nach Ulm

Dank der modernen Verkehrsanbindung des Stuttgarter Flughafens kann man als Schwabe heutzutage ganz toll mit der Verkehrsmittelkombination Bahn/Flugzeug in den Urlaub fahren. Diesen unschlagbaren Vorteil habe ich kürzlich für meinen Urlaub auf den Kanaren ausgenutzt.

Als ich Samstag Abend wieder auf dem Flughafen in Stuttgart landete und mein Gepäck in der Hand hatte, stellte ich erstaunt fest, dass 40 Minuten später schon eine S-Bahn zum Stuttgarter Hauptbahnhof fuhr. Nach 27 Minuten Fahrt durch die wunderschöne, nächtliche Filderlandschaft erwischte ich nach einem kurzen Aufenthalt von 1 1/2 Stunden auch schon eine Regionalbahn nach Ulm, die nach nur 97 Minuten und 21 Zwischenhalten in Ulm war. Man könnte gar nicht glauben, wie schnell man heutzutage 81 km zurücklegen kann.

Da frage ich mich schon, was dieses S21-Projekt und der Neubau der Bahnstrecke von Stuttgart nach Ulm bezwecken soll. Vor allem, wenn ich daran denke, dass deswegen der Juchtenkäfer, der im Stuttgarter Schlossgarten wohnt, zwangsumgesiedelt wird.

Mittwoch, 28. September 2011

Oktoberfest im ICE

Vor ein paar Tagen hatte ich einen Termin in München und wie sich's für einen Bahnblogger gehört, kaufte ich mir natürlich ein Zugticket. Als ich ahnungslos den Ulmer Hauptbahnhof betrat und all die fröhlichen Menschen in ihren Trachten sah, da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Oktoberfest! Heissa! Party! Ausnahmezustand! Mit einem unguten Gefühl bestieg ich den ICE nach München. Und was für ein Glück, meine Sitzplatzreservierung war in einem Oktoberfestfreien Waggon, na also!

Auf halber Strecke war's dann aber soweit, ich musste auf's Klo und dazu stand die Durchquerung eines Oktoberfestwaggons an. Schon als sich die automatische Schiebetür öffnete, schlug mir ein Bierdunst entgegen, der mir fast den Atem raubte. Ohrenbetäubendes Gelächter und hysterisches Kreischen hämmerte gegen mein Trommelfell. Im Gang standen lauter lustige Menschen.

Angewidert bahnte ich mir meinen Weg durch das Inferno, als mich plötzlich eine Stimme von hinten anbellte: "DU !!!" Ich drehte mich um und blickte in eine grässliche rote Fratze mit glasigen Augen. "Moch net so a ernschdes Gsicht !!!" Ich lächelte gequält in der Hoffnung, er möge mir seinen Todesatem nicht ins Gesicht hauchen, drehte mich um und kämpfte mich weiter voran, wohl wissend dass ich den ganzen Weg wieder zurück musste.

Endlich angekommen stellte ich fest, dass beide Toiletten besetzt waren. Endlich öffnete sich eine Tür. Erwartungsvoll machte ich mich bereit und heraus kam, o Graus, kein Mensch, sondern eine riesige Wolke Zigarettenqualm. Hustend flüchtete ich in den nächsten, na was denn? ... Oktoberfestwaggon!!! Kurzzeitig überlegte ich mir, die Notbremse zu ziehen, besann mich aber eines Besseren und wagte erneut einen Versuch, die andere hoffentlich rauchfreie Toillette zu ergattern Ich hatte Glück und zog mich in diese Oase der Ruhe zurück, wo ich am liebsten die restliche Fahrt nach München verbracht hätte.



Dienstag, 23. August 2011

Sommerhitze und olfaktorische Erlebnisse beim Bahnfahren

Überall dort, wo sich Menschen in geschlossenen Räumen versammeln, fängt es früher oder später an, nach Mensch zu riechen. So weit, so gut. Nun gibt es verschärfte Situationen beim Bahnfahren, in denen die Gerüche intensiver werden:

  1. Hitze
    An heißen Sommertagen, wie wir sie derzeit erleben, neigen Menschen dazu, zu transpirieren. Die Folge ist ein strenger Geruch nach Buttersäure. Ganz besonders intensiv erlebt man in diesen Tagen diesen Geruch in Regionalbahn-Waggons ohne Klimaanlage, die schon vor dem Einsteigen an den gekippten Fenstern zu erkennen sind. Klaglos sitzen dort bedauernswerte Geschöpfe mit roten Köpfen und durchnässten Achselhöhlen, nicht wissend, dass nur ein Waggon weiter das gekühlte Paradies wartet.
     
  2. Döner und sonstiges Fast Food
    Menschen lieben es, während der Bahnfahrt Döner oder Hamburger zu essen. Wenn diese Nahrungsmittel ausgepackt werden, verbreitet sich ein sehr exotischer Geruch nach totem Tier, feucht gewordener Pappe und allerlei hochwertiger Gewürzbeimischungen. Steigt man in einen Zug der Deutschen Bahn, liegen auf ungefähr 80% der Sitze Essensreste, oft nur Krümel, oft aber auch Käse-, Fleisch-, Wurst-, Mayo- oder Ketchup-Reste oder eine Kombination aus allem. Wer sich schon mal auf ein lummeliges Gurkenscheibchen mit Ketchupresten gesetzt hat, das dem vorherigen Fahrgast aus einem McDonald's Hamburger auf den Sitz gefallen ist, der unterschreibt gerne meine Petition, an der ich grade arbeite: "Für ein Essverbot in deutschen Zügen".

  3. Bier und Spirituosen
    Diese lustigen Junggesellen-Abschiede und sonstigen Männerausflüge, die mit der Bahn unternommen werden, sorgen vor allem morgens vor 9:00 Uhr für eine Geruchsbelästigung der besonderen Art. Die männlichen Ausflügler neigen in der Regel zu übermäßigem Alkoholkonsum, um am Zielort schon richtig gut drauf zu sein. "Vorglühen" nennt man das in der Fachsprache. Die schlimme Folge für alle anderen Fahrgäste: Der Waggon stinkt wie eine Bierkneipe, die seit 3 Monaten nicht mehr gelüftet wurde. Und wer kennt nicht die umher rollenden halb leeren Bierflaschen, die durch Kurvenfahrt, Beschleunigen und Abbremsen ihren Weg durch den ganzen Waggon finden und dabei eine duftende, klebrige Bierspur zurücklassen. Eine Petition "Für ein Trinkverbot in deutschen Zügen" könnte hier Abhilfe schaffen.

  4. Matjesbrötchen
    Der Höhepunkt im Leben eines jeden Bahnfahrers ist eine Fahrt in einem geschlossenen Sechser-Abteil, in dem ein anderer Fahrgast plötzlich sein Matjesbrötchen auspackt und genüsslich verspeist. Dieser unnachahmliche Geruch von Fisch und Zwiebeln macht jedem zivilisierten Geruchsorgan den Garaus. Gerne unterschreibe ich auch für diesen Fall die Petition "Für ein Essverbot in deutschen Zügen".

Bildquelle: Maren Beßler, www.pixelio.de


Montag, 8. August 2011

Weibliche Reisende und ihre Maskottchen

Ob sich Bären auch kleine dicke Frauen an den Rucksack hängen? (Twitter-User @onrie)

Als regelmäßiger Bahnfahrer beobachte ich seit Jahren den Hang vieler Menschen, Maskottchen mit auf die Reise zu nehmen. Was früher die Christophorus-Medaille auf dem Armaturenbrett war, ist heute offenbar das Stofftier am Rucksack oder Koffer der meist weiblichen Reisenden.

Die Motivation, sich ein Maskottchen ans Gepäck zu hängen, geht vermutlich von "Schutz vor Zugentgleisungen" bis hin zu "Trost bei Heimweh". Meine Beobachtungen konzentrieren sich aber auf die Besitzer dieser Maskottchen:

  1. Die Mitzwanzigerin
    Aussehen: pummelig, nicht besonders hübsch
    Begleitung: zwei bis drei kreischende, hübsche, schlanke Freundinnen
    Besonderheiten: ein buntes Strähnchen im Haar und ein Piercing im Gesicht
    Gepäck: Rucksack, Wasserflasche in Außentasche
    Maskottchen: Stoff-Bärchen

  2. Die Mitdreißigerin
    Aussehen: pummelig, nicht besonders hübsch
    Begleitung: ein oder mehrere pummelige Kinder
    Besonderheiten: Dreiviertel-Hose, "cooles" Tatoo am Bein
    Gepäck: Rucksack und großer Koffer
    Maskottchen: Stoff-Bärchen oder Stoff-Häschen

  3. Die Mitvierzigerin
    Aussehen: pummelig, die Schwerkraft hat im Brust- und Pobereich bereits deutliche Spuren hinterlassen
    Begleitung: allein reisend
    Besonderheiten: sehr, sehr enge Stretch-Jeans
    Gepäck: Samsonite-Schalenkoffer mit zwei Rädern, der beim Ziehen zur Seite kippt
    Maskottchen: Stoff-Bärchen (Braunbär oder Panda)

  4. Der Mitdreißiger
    Aussehen: langweilig, unsportlich
    Begleitung: Frau/Freundin, die auch ein Maskottchen am Gepäck hat
    Besonderheiten: Dreiviertel-Hose, Ohrstecker
    Gepäck: Deuter-Rucksack
    Maskottchen: Stoff-Bärchen oder Stoff-Goleo

Und was denken Mitreisende über mich, wenn ich mein Häkelschwein hervorhole und vor mir auf den Tisch stelle?

Montag, 11. Juli 2011

ICKE UND IHR NICH!

Im Schwaben-Express von Ulm nach Stuttgart wird, wie der Name schon sagt, üblicherweise schwäbisch oder türkisch gesprochen. Normalerweise betritt der Schaffner den Waggon des Schwaben-Expresses mit folgenden Worten: "Grüß Gott, Fahrkardakondrolle!" Und dann während der Kontrolle: "Ihr Bahnkard bidde!"

Neuerdings schmettert eine resolute Dame mittleren Alters: "Tach! Die Fahrscheine bitte!" Beim Kontrollieren des Fahrscheins: "Ick würd mal järn Ihre Bahncard sehn wolln!"

Hmmm! "Ick würd mal järn Ihre Bahncard sehn wolln"
Die schwäbischen Schaffner haben das nach einer Woche drauf, erkennen mich als Stammfahrgast und wissen, dass ich eine Bahncard habe. Nicht so die Berlinerin, die jeden Morgen exakt dieselbe Ansage macht: "Ick würd mal järn Ihre Bahncard sehn wolln"

Heute ging ich auf's Ganze. Ich antwortete: "I hon mei Bahncard vrgässa!"
Kurzes Schweigen, dann: "Dit is nich jut. Da muss ick Ihnen den vollen Fahrpreis berechnen ..." Sie hat mich verstanden! Sie hat bestimmt einen Schäbisch-Kurs absolviert, bevor sie als Schaffnerin zum Schwaben-Express zugelassen wurde.

Völkerverständigung ist halt was Schönes!

Montag, 4. Juli 2011

Gefahren in der Zugtoilette

Ich fahre zwar täglich Bahn, aber mit einer Sache kann und möchte ich mich nicht anfreunden: Der Gang zur Zugtoilette. Ich habe mich ja schon weitestgehend diszipliniert und gehe vor jeder Zugfahrt noch auf's Klo, aber dennoch ist kürzlich wieder der Worst Case eingetreten:

Mit einer aufkeimenden Übelkeit ob des anstehenden Ereignisses hab ich mich auf den Weg gemacht und die Zugtoilette des Interegio Expresses aufgesucht. Wie üblich trat ich sofort in eine Pfütze aus halb getrocknetem Urin. Zu meinem Glück musste ich nur pinkeln und so hab ich den Klodeckel hochgehoben, an die Wand gelehnt  und fing an, mein Geschäft stehend zu verrichten (man möge es mir nachsehen, dass ich mich, wenn's nicht unbedingt sein muss, nicht auf diese Toilette setze). Plötzlich bremste der Zug ruckartig und der mit Pest und Cholera verseuchte Klodeckel sauste mit hohem Tempo meinem Gemächt entgegen. Mit einem beherzten Sprung nach hinten, konnte ich Schlimmeres verhindern. Der Schmerz in den Lendenwirbeln, als ich beim Rückwärtssprung gegen das Waschbecken donnerte, wurde von der Erleichterung überlagert, mein Allerheiligstes gerettet zu haben.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Groupon: Rabattmarken jetzt auch im deutschen Internet

Ich erinnere mich noch gut, als man im Tante-Emma-Laden bei jedem Kauf das Rabattmarkenheft auf den Ladentisch legte. Die betagte Tante Emma, die bei uns im Dorf Luise hieß, hat mit zittrigen Fingern als Belohnung für den Einkauf ein paar Rabattmärkchen eingeklebt, für die man dann irgendwann die Packung Ariel ein paar Mark billiger gekriegt hat.

Nun ist es ja so, dass im Internet grade alles neu erfunden wird: Der Bahn-Blogger hat den One-Click-Button erfunden, die Deutsche Bahn und die Telekom haben den Kundenservice auf Twitter entdeckt und Henkel fragt seine Facebook-Fans, ob das Pril mit Hähnchen-Aroma eine gute Idee ist.

Aber jetzt kommt die absolute Revolution von Amerika nach Deutschland:
Digitale Rabattmarken im Internet, wow! Hab mich gestern abend gleich bei Groupon angemeldet und siehe da, heute morgen kam schon die erste elektronische Rabattmarke, per E-Mail. Sie heißt jetzt nicht mehr Rabattmarke, sondern Top-Deal und es ist so einfach. Ein Mausklick genügt und ich kann meine Botoxbehandlung gleich für ein Drittel des Preises abholen. Und ganz sicher werde ich auch zur nächsten Botoxbehandlung wieder dorthin gehen und den dreifachen Preis bezahlen, selbstredend.

Bildquelle Rabattmarkenheft: http://www.shopanshop-berlin.de

Mittwoch, 1. Juni 2011

Frauenparkplatz

Dass Frauen Auto fahren können, ist unstrittig und ich hatte das ja bereits hier im Blog thematisiert (Bahn-Blogger: Frau am Steuer). Diese Fertigkeit macht sich jetzt die Stadt München zunutze. Da die Parkplatznot dort sehr groß ist, hat man zusätzliche Parkflächen erschlossen ohne neue Parkhäuser oder Tiefgaragen zu bauen. Das geht aber nur, weil Frauen so clever sind, dass sie beim Einparken die Schwerkraft überwinden können. Ein bisschen neidisch macht mich das schon:

Donnerstag, 19. Mai 2011

Waschbrettbauch für die bevorstehende Badesaison

Bierwampe oder Waschbrettbauch? Was zieht am Strand mehr schmachtende Blicke der weiblichen Badegäste an? Die Realität sieht leider so aus, dass die wenigsten Männer einen Sixpack haben (neudeutsch für Waschbrettbauch). Mann - vor allem jenseits der 30 - kämpft mit unschönen Ausbeulungen, im Volksmund "Schwimmring", "Frankfurter Kranz" oder "Mittlerer Ring" genannt. Gemeint ist die Ansammlung von Fettpolstern im Bauch- und Hüftbereich. Was also tun, um die Ästhetik zur Badesaison wiederherzustellen?

Frau F., eine befreundete Ernährungswissenschaftlerin bringt's auf den Punkt: "Jeder Mensch hat von Natur aus einen Sixpack, es ist halt nur bei vielen Leuten unter einer mehr oder weniger dicken Fettschicht versteckt. Man muss also nur dafür sorgen, dass die Fettschicht verschwindet und schon kommt das Sixpack zum Vorschein." Was einfach klingt, setzt zwei Dinge voraus, vor denen jeder halbwegs vernünftige Mann
zurückschreckt: Körperliches Training und Bierabstinenz.

Aber zum Glück hat Frau F. eine Alternativ-Lösung parat: "Einfach vor jeder Badesaison das Fett über dem Sixpack operativ entfernen lassen! Und schon ist der Waschbrettbauch perfekt."

Noch einfacher wird's mit dem neuen Ab-hancer:





































Bildquelle: http://www.dlisted.com/node/41249

Freitag, 13. Mai 2011

Neulich in der S-Bahn

Es war nur eine kurze Fahrt mit der S-Bahn vom Stuttgarter Hauptbahnhof zur Haltestelle Stadtmitte, aber sie wird mein Leben verändern. Ich sitze also ganz im Stil des urbanen Nahverkehrs-Users vor mich hin vegetierend in der S-Bahn, den Blick auf unendlich fokussiert, als ich pötzlich dieses Plakat im Augenwinkel wahrnahm. In großen Lettern stand dort:
WIRF DEIN ANLIEGEN
AUF DEN HERRN JESUS CHRISTUS
DER WIRD DICH VERSORGEN

Mein erster Gedanke: Da stimmt doch was mit der Interpunktion nicht
Mein zweiter Gedanke: Anliegen abwerfen, Versorgung gesichert? Da mache ich mit!

Vor meinem geistigen Auge entstand eine Liste meiner Anliegen:
1. nie mehr arbeiten müssen bei vollem Lohnausgleich
2. nie mehr für ein Bahnticket bezahlen müssen
3. nie mehr zum Zahnarzt gehen müssen
4. ...

Alles verrate ich hier natürlich nicht, sonst geht's womöglich nicht in Erfüllung.



Anmerkung des Autors: Ich möchte in keinster Weise mit meinem Blogpost die Bibel, die katholische Kirche oder gläubige Christen verunglimpfen. Dieser Bibelspruch erschien mir nur sehr aus dem Kontext gerissen und hat bei mir andere Assoziationen geweckt, als vermutlich vom Anbringer des Plakates beabsichtigt.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Bahn-Blogger steigt ins internationale Bankengeschäft ein

Ich kann's zwar nicht beweisen, aber ich glaube, dass dieser Blog mich langsam aber sicher berühmt macht. Zumindest weiß man über die Landesgrenzen hinaus über meine Popularität. Aktuell wird meine Hilfe benötigt, um einen wichtigen Großauftrag für die deutsche Industrie finanziell abzuwickeln. Die Hang Seng Bank in Hongkong braucht ein leistungsfähiges Konto für die großen Geldflüsse, die dieses Projekt benötigt. Da stelle ich mein Girokonto doch gerne zur Verfügung. Diese Banker-Sprache muss ich halt noch ein bisschen üben:

Dienstag, 26. April 2011

Bahn-Blogger erfindet das Internet neu

Also dieses ganze Social-Media-Getue mit Facebook, Twitter, Xing  usw. bringt doch rein gar nichts. Die Marketing-Fiffis reden von Leadgenerierung, Empfehlungsmarketing und Dialog mit dem Kunden - alles Quatsch. Was wir brauchen, sind echte Innovationen.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und 5 Minuten über all das nachgedacht. Dabei kam mir die zündende Idee, die so einfach wie genial ist:

Der One-Click-Button.
Ein Mausklick und alles läuft. Vorbei das müßige Suchen nach dem richtigen Button, um einen Freund zu entliken, eine Waschmaschine zu bestellen oder um nach heißen Singlefrauen in meiner Nähe zu suchen. Der One-Click-Button ist immer da, wenn man ihn braucht und so sieht er aus. Großartig oder?

Jetzt muss ich mir das Ganze nur noch patentieren lassen, bevor jemand auf die gleiche Idee kommt und dann mach ich den ganz großen Deal mit Microsoft.

 
Grafik: Andreas Klein

Montag, 18. April 2011

Beste Brandmodelle zu Ostern

Ein Segen, dieses Internet! Da gibt es Menschen, die ehrlich bemüht sind, einem die Sorgen des Alltags abzunehmen.

Ich grüble schon die ganze Zeit, was ich meinen Lieben zu Ostern schenken soll, da flattert diese E-Mail in mein Postfach: Ostergeschenke,die jedem gefallen - das kommt ja wie gerufen. Feine Armbanduhren, die besten Brandmodelle.

Ich hab gleich zugegegriffen und hab ein Brandmodell bestellt und zwar eine Cartier für meine Frau. Ich bin echt begeistert, wie günstig man eine Cartier kriegen kann, wahrscheinlich ein Zweite-Wahl-Stück mit ein paar unsichtbaren Kratzern, die nur der Fachmann sieht.

Donnerstag, 14. April 2011

Neues Bahn-Blogger-Gewinnspiel

Heute gibt's ein besonderes Schmankerl. Der geneigte Leser dieses Blogs erinnert sich an mein kulinarisches Waterloo in Australien bei der Verkostung von Vegemite. Die Frage ist einfach: Wie schmeckt der Brotaufstrich Vegemite? Unter allen richtigen Antworten wird ein handsigniertes Glas Vegemite verlost, das ich 17.000 km lang mit mir rumgeschleppt habe, um es hier als Hauptpreis zu präsentieren. Ein Tipp: Über Vegemite berichtete ich im Februar.

Bitte vergesst nicht, Euren Namen oder wenigstens die Initialen und Euren Bank-PIN anzugeben, damit ich den Gewinner zweifelsfrei identifizieren kann. Am Sonntag abend werde ich den glücklichen Gewinner dieses leckeren Brotaufstrichs bekanntgeben.

Update 17.4.11, 18:28 Uhr:
So, das Gewinnspiel ist zu Ende. Die richtige Antwort war: Vegemite schmeckt wie durch 5 Tage alte Socken passiertes Büffel-Ejakulat ... und das ist noch untertrieben.
Der glückliche Gewinner eines Glases Vegemite ist Steffen, dicht gefolgt von Gnukatze und Mia, die jeweils eine Socke kriegen, durch die das Ejakulat passiert wurde. Herzlichen Glückwunsch!




Vegemite schmeckt wie ...?
hauchzarte Pfefferminzblättchen
durch 5 Tage alte Socken passiertes Büffel-Ejakulat
der frische Frühling
Nutella, nur ohne Nussgeschmack
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Montag, 11. April 2011

Im Zug gesessen?

Da steh ich heute früh nichtsahnend auf, gehe schlaftrunken ins Badezimmer und sehe in den Spiegel: Ach Du Sch****! Mein Auge war über Nacht geplatzt.

Ich also gleich zum Arzt, man weiß ja nicht, was es sein könnte: Hirnblutung, Schlaganfall?
Der Augenarzt zu mir: "Sind Sie gestern im Zug gesessen?"
Ich: "Nee, gestern nicht, aber sonst jeden Tag."

Augenarzt schaut mich irritiert an, untersucht mich wortlos und erklärt mir dann mit gaaaanz deutlichen, laaaangsaaaamen Worten, dass es sich nur um einen Bluterguss handelt, der wahrscheinlich durch ungeschicktes Reiben ausgelöst wurde.

Der Spott der Kollegen war mir jedenfalls sicher:
  • Kollege 1: "klarer Fall von Unterbier!"
  • Kollege 2: "Reiben? Schon klar! Während der Arbeit eingenickt, mit dem Kopf auf der Tastatur aufgeschlagen und die Escape-Taste ins Auge gekriegt."