Montag, 4. Juli 2011

Gefahren in der Zugtoilette

Ich fahre zwar täglich Bahn, aber mit einer Sache kann und möchte ich mich nicht anfreunden: Der Gang zur Zugtoilette. Ich habe mich ja schon weitestgehend diszipliniert und gehe vor jeder Zugfahrt noch auf's Klo, aber dennoch ist kürzlich wieder der Worst Case eingetreten:

Mit einer aufkeimenden Übelkeit ob des anstehenden Ereignisses hab ich mich auf den Weg gemacht und die Zugtoilette des Interegio Expresses aufgesucht. Wie üblich trat ich sofort in eine Pfütze aus halb getrocknetem Urin. Zu meinem Glück musste ich nur pinkeln und so hab ich den Klodeckel hochgehoben, an die Wand gelehnt  und fing an, mein Geschäft stehend zu verrichten (man möge es mir nachsehen, dass ich mich, wenn's nicht unbedingt sein muss, nicht auf diese Toilette setze). Plötzlich bremste der Zug ruckartig und der mit Pest und Cholera verseuchte Klodeckel sauste mit hohem Tempo meinem Gemächt entgegen. Mit einem beherzten Sprung nach hinten, konnte ich Schlimmeres verhindern. Der Schmerz in den Lendenwirbeln, als ich beim Rückwärtssprung gegen das Waschbecken donnerte, wurde von der Erleichterung überlagert, mein Allerheiligstes gerettet zu haben.

Kommentare:

  1. Also ich gehe immer sehr gerne auf das Bahn-Klo. Am liebsten mag ich die unten offenen, wo man durch das Loch die Schwellen vorbeisausen sieht. Der Gedanke, wie meine braunen Würste bei voller Fahrt auf den Geleisen klatschen, an den Wagenboden zurückspritzen und dann als feiner Nebel zerstäubt werden, lässt mich über den klebrigen Klositz und den beissenden Geruch hinwegsehen. Ich stelle mir dann jeweils vor, wie die Schrebergärtner entlang der Bahndämme stolz sind auf ihr selber gezogenes Bio-Gemüse. Weil das schmeckt so viel herzhafter, als die Treibhausware aus dem Einkaufszentrum. Und es macht mich glücklich und zufrieden, dass die Nahrungskette nicht abreisst, sondern gleich eine neue Runde durch den Menschen macht.

    liebe Grüsse vom Muger

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Muger,

    gehörst Du auch zu denen, die im stehenden Zug im Bahnhof auf's Klo gehen und den Wartenden am Bahnsteig was Nettes auf den Gleisen zurück lässt?

    Viele Grüße
    Der Bahn-Blogger

    AntwortenLöschen
  3. Ja, ja!
    "Truffes du jour" nenne ich die; ein braune Praline, an die man dann den ganzen Tag denken muss...

    AntwortenLöschen